PASSAGE

24.06.2017 Koenige daHEIM

Das Projekt PASSAGE wurde zwischen März und Juni 2017 von BewohnerInnen der Notunterkunft Mertensstraße und KUNSTASYL entwickelt und umgesetzt.

Die Struktur der Installation bildet das Gerüst eines DOMOS, ein für den Katastropheneinsatz von MTS, MORE THAN SHELTERS, entwickeltes Zelt.

F: Nennen Sie mir bitte Ihre letzte offizielle Anschrift im Heimatland.
A: Irak, Ninewa (Provinz), Serechka (Dorf).
F: Haben Sie sich dort bis zur Ausreise aufgehalten?
A: Nein. Zuletzt habe ich im Flüchtlingslager Scharya in der Provinz Dohuk gelebt.
F: Wie lange haben Sie in Dohuk gewohnt?
A: Von August 2014 bis zur Ausreise.
F: Wie haben Sie in Dohuk gewohnt?
A: Wir haben dort in Zelten gelebt.
Hilfsorganisationen haben uns mit Nahrungsmitteln und Kleidung versorgt.
F: Welche Tätigkeit haben Sie ausgeübt?
A: Keine.
F: Wenn Sie nicht gearbeitet haben, wovon haben Sie gelebt?
A: Wir haben von den Hilfsorganisationen gelebt, z.B. UNICEF.
AZ: 7070298 | Auszug aus der Anhörung gem § 25 AsylG
Das Zelt als temporäre Unterkunft bildet eine dünne Membran zwischen Innen und Außen, privatem Sein und öffentlichem Raum.
Zeltdörfer, in denen Menschen auf der Flucht unterkommen müssen, haben eine durchschnittliche Existenzspanne von 20 Jahren.

„You need to take into account that there is always a bright side....“ - Ali Al Najjar

In der ehemaligen Zigarettenfabrik BAT (British-American-Tabacco) in Berlin-Spandau leben bis zu
900 Menschen, die Deutschland um Asyl ersuchen. Zu sechst in einer Wohnzelle untergebracht, versuchen sie Schlaf zu finden in drei Doppelstockbetten. Notunterkünfte sind als Dach-überm-Kopf für dreiMonate Erstunterbringung konzipiert. Oft verbleiben die Menschen an diesen Orten ohne Privatheit
bis zu zwei Jahren.
Wie das Zelt, ist auch das HEIM ein Ort des Überganges. PASSAGE ist ein visueller Versuch, dem Schwebezustand, in dem sich Menschen sowohl auf der Flucht, als auch auf dem vermeintlich
festen Grund des Ziellandes oder Ankunftsortes befinden, Ausdruck zu verleihen - oder mit den Worten von Charlotte Danoy Kent:
„Transition ist – unabhängig von unserem Hintergrund oder unserer momentanen Position - Realitätszustand für uns alle. Einige von uns mögen ein HEIM haben mit einem Dach überm Kopf – wer aber weiß, für wie lange und wo der nächste Bestimmungsort liegt. Wir sind alle Realiatätskonstrukteure auf Ausschau nach unserem Königreich.“

Projektentwicklung / -durchführung: Ahmad Al Hamad , Susan Azizi, barbara caveng, Basir, Bayad, Dawood, Dijwar, Farhad Abou, Larissa Hermanns, Céline Iffli, Babacar Jor, Basir Gulmad, Charlotte Danoy Kent, Ali Al Najjar, Dachil Sado, Siegwash, Basim Bashir Suleiman, Kafyja, Kennan, Klara Teigler, Massud, Mazem, Meis, Mesut Yilmaz, Sultana, Zainab Duale, Zabiollah, Zubeyde und andere
Projektleitung: Charlotte Danoy Kent
Portaitzeichnungen: Susan Azizi

PASSAGE ist vom 23.6. - 25.6. beim KUNSTFESTIVAL 48STUNDEN NEUKÖLLN zu sehen und ab 27.6.2017 - 2.7.2017 im Garten des Museum Europäischer Kulturen Berlin, MEK. Am 1.7. ist PASSAGE Schauplatz von DIE KÖNIGE - UTC 7 HOURS PARALLEL PERFORMANCES.

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PASSAGE bei 48 Stunden Neukölln

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Charlotte Danoy Kent hat das Projekt PASSAGE in der Mertensstrasse über vier Monate umgesetzt.

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Die Künstlern Susan Azizi hat mehrere Monate BewohnerInnen der Notunterkunft Mertensstrasse portaitiert. Die Portaits wurden auf Folie übertragen und von Hand und mit der Maschine genäht.

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Installationsansicht: PASSAGE

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"In Transition" - Objekt von Ahmad Al Hamad

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PASSAGE - fragiles Konstrukt vor dem Kindl - Museum für zeitgenössische Kunst

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Ahmad und Charlotte - zwei Designer und Künstler

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PASSAGE by night

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Ahmad Al Hamad - Bis er Syrien verlassen musste, hat er Flamingos am Salzsee Sabkhat al-Jabbul beobachtet und betreut. Hier in Berlin bezaubert er alle mit seinem Talent aus Nichts Designobjekte zu schaffen.

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