212 TAGHRID | OMER | TASNIM | MOHHAMMAD | ALI

KUNSTASYL photo caveng
Fatime besucht Taghrid. Familie Soboh wohnt seit dem 1.10. in Alt Mierendorff. Famile Zaibak zieht ein Stockwerk tiefer in den von ehemals von Fatime und ihrer Familie bewohnten Raum.

Für ein Wochende ist die Familie aus den Zimmern Opens internal link in current window106 und Opens internal link in current window115 in Zimmer 212 umgezogen. Seit dem 5.10. bewohnen sie den Raum 113.


212 BEDRIE | SHABAN | ANITA | ENDRIT | LATIF

Detail Room 212

Haziri's wohnten seit dem  29.12.2014 in Zimmer 212. Die Familie hat Deutschland am 1.10.2015 verlassen und kehrte zurück nach Podujeva.

Shaban | Endrit
Bedrie | Latif
Shaban| Endrit



Endrit mit seinem Abiturzeugnis | Latif




Ftua

Auf dem Display meines Handys erscheinen eine Bildersammlung von Quitten in allen möglichen Erscheinungsformen, die sich mit google finden lassen. In seinem Obstgarten, gibt es, Pflaumen, Kirschen und Apfelbäume. Das deutsche Wort für Ftua fehlte ihm, dessen Sprachvermögen und Wortschatz selbst die Verkäuferin von Thoben Backwaren am Tag zuvor in großes Erstaunen versetzt hatte: So wie dieser Junge Deutsch, also geradezu Hochdeutsch spreche, also det kann se nich. Sie is nämlich Berlinerin, wa. Petra, die Brünette und meist in der Morgenschicht anzutreffen, ihre blonde Kollegin, deren Worte karg und dünnlippig über den Tresen kommen, sowie ein beachtlicher Teil ihrer Kundschaft, ringen noch um ihre Haltung gegenüber dem Heim und seinen BewohnerInnen.

Die Quitten aus Latifs Garten legen sie im Sommer solange unter die frische Wäsche, bis das Aroma in das Gewebe eindringt und die Wäschestücke duften lässt. Latifs Garten liegt im Kosovo. Wir müssen wieder google befragen, um meiner geographische Vorstellung der Länderanordnung in Südosteuropas Kontur zu geben.

Die Landschaften, die er mir zeigt, sind sanft geschwungene grüne Hügelketten, denen ich auch Süddeutschland oder die Schweiz glauben würde. Der Fluss Llapi schlingert durch Podujeva, welches, nahe der Serbischen Grenze, 80 Dörfer zu einer Kleinstadt vereint. Die Bilder sehen schön aus.

Latif hat „das Auge“. Sein Blick begleitet uns durch das Projekt. Der 15jährige dokumentiert fotografisch an der Seite von Till unsere gemeinsamen Tage und unsere Arbeit.

Er hat in den Medien gehört, dass die Aussichten für Kosovaren, Kosovo-Albaner oder Albaner in Deutschland ein Bleiberecht zu erhalten, nicht gut sind. 

Sicherer sei es hier in Deutschland, antwortet er auf meine Frage, warum er seinen Obstgarten verlassen habe. Es gäbe da immer mehr Männer mit Bärten.

Und außerdem will er Fotograf werden.

Immer mit Angst leben ist kein gutes Leben

 

 

 

Latif

Once upon a time in Podujeva

Ich komme von Kosovo. Ich habe gelebt in einer Stadt, die Podujeva heisst, in der Nähe der Hauptstadt. Durch Podujeva fließt ein Fluss. Normalerweise ist er nicht sehr tief, aber manchmal, wenn es regnet, füllt er sich mit Wasser und verlässt sein Bett und verteilt sich in der Stadt. Diesr Fluss hat einen Namen. Er heißt Llapi und so die [anderen] Städte nennen uns "Llapi". Wir haben einen großen See, in dem wir manchmal Schwimmen gehen. Er heißt Batllava. Meine Stadt hat 72 Dörfer. Podujeva ist von der Fläche her die größte Stadt. Es gibt Berge und Wald.

Mir gefällt am Besten, wenn ich das Dorf besuche, in dem mein Vater geboren wurde!!...

Text von Latif Haziri, anläßlich der KUNSTASYLtours zu 48 Stunden Neukölln, 2015

 

 



Latif widmete seine Schuhe, die er auf seiner Reise vom Kosovo nach Berlin trug dem Projekt KUNSTASYL.