GRUNDAUSSTATTUNG

‚Zu einem menschenwürdigen Dasein gehört auch eine ästhetische Dimension.‘ 1

Kleidung ist Ausdruck von Identität und Zugehörigkeit. Sie gehorcht gesellschaftlichen Reglements oder betont den Anspruch des Individuums nach Unverwechselbarkeit. Sie schmückt oder verhüllt, sie tarnt oder verführt. Kleidung kreiert Aura.

In Notunterkünften und Heimen leben Menschen, die ihr SEIN retten konnten, aber ihr HAB verloren. Ihnen stehen Sachleistungen zu: Unterbringung, Verpflegung und Kleidung.An Ware mangelt es nicht: Die Kleiderkammern quellen meist über. Aber viele Menschen, die in provisorischen Einrichtungen unterkommen mussten, meiden die Kleiderkammern als Orte der Beschämung. Was allein dem Zwecke dient, befriedigt selten das ästhetische Bedürfnis und wird dem Willen zur Gestaltung nicht gerecht.

Die GRUNDAUSSTATTUNG besteht aus Kleidung und Accessoires, die überschüssige und abgelegte Materialien, Textilspenden und Weggeworfenes direkt von der Straße, in Prêt-à-porter umwandeln. Sie entstehen aus der Situation, nach Bedürfnissen und Sehnsüchten und werden direkt am Körper entworfen. Die Ausstattungsstücke sind einfach herzustellen und bieten dem/r TrägerIn Spielraum zur Improvisation und zur Anpassung an veränderte Lebenslagen.

Die GRUNDAUSSTATTUNG spielt dabei mit der Wahrnehmung des Betrachters: Kleider machen Leute. Getragen werden sie von Menschen.

Idee und Realisierung:
DIE GRUNDAUSSTATTER: AHMAD FLAMINGO, barbara caveng, Céline Iffli in Zusammenarbeit mit Menschen, die gerade in Deutschland ankommen.

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GRUNDAUSSTATTUNG©Jachim_Gern
Valerian Njeri trägt ein kleidsames Deux-Pièces für die Herbst-/ Wintersaison aus vier Kinderwinterjacken von der Straße. Rock und Weste halten auch während langer Wartezeiten an Bushaltestellen oder vor Ämtern warm.