102 Amer & Bashir

Briefe an Zuhause


Hallo Mama,

wie geht’s dir? wie geht’s Papa?
wie geht’s eurer Gesundheit? Und wie geht’s meine Geschwister?

Ich vermisse euch so sehr.

Ich hoffe, dass der Krieg ein Ende nimmt und ich wieder nach Hause darf.
Dann werde ich den Boden meines Landes küssen.

Ich hoffe, dass der Krieg ein Ende nimmt -
dann könnten wir wieder zusammen sein und ich könnte wieder dein Essen essen.
Es schmeckt immer so lecker.

Ich hoffe, dass der Krieg ein Ende nimmt -
dann könnten wir wieder - ich, mein Bruder Mohamed , Papa und meine Schwester Abir - zusammen spielen. Wie damals.

Achhh….. Wie schön diese Zeiten waren, wir waren sicher….
Ich habe diese schöne Zeiten nicht geschätzt bis ich fliehen musste.

Ich hoffe wir treffen uns irgendwann wieder, irgendwo, wo Gott es will, und sei sicher Mama, der Krieg wird irgendwann enden und Syrien wird wieder sicher sein.

Mir geht es gut, nur ihr fehlt mir an meiner Seite.
Ich habe angefangen die deutsche Sprache zu lernen, damit ich mein neues Leben beginnen kann.

Berlin ist sehr schön.
Ich suche einen Job und eine Wohnung.

PRAY for me – [Mama], mein Leben.
Pass gut auf dich auf.

17/07/2016

AMER

 

Am 17.7.2016 schrieben Amer und Opens internal link in current windowMustafa Briefe an Zuhause. Ihre Gedanken auf Heimbettwäsche sind in der Ausstellung "daHEIM: Einsichten in flüchtige Leben" im Museum Europäischer Kulturen Berlin zu sehen. Ez Aldin und sein Bruder Bashir übertrugen ein Gedicht ihres Vaters an seine Söhne auf einen Deckenbezug.

Amer schreibt seine Gedanken auf einen Kopfkissenbezug  - es ist ein Brief an seine Mutter(KUNSTASYL©caveng)
Brief an die Mutter: Amer schreibt seine Gedanken auf einen Kopfkissenbezug ter

15.9.2016 Amer zieht ein

Dachil geht (KUNSTASYL©caveng)
Dachil geht
(KUNSTASYL©caveng)
Amer nimmt Platz (KUNSTASYL ©caveng)
Amer nimmt Platz


Seit dem15. September 2015 teilt sich Amer das Zimmer mit Bashir. Der 25 jährige Palästinenser mit Syrischem Pass wuchs im Yarmouk Camp in Damaskus auf. Die Lebensgrundlage der Menschen in Yarmouk wurde 2012 durch die Belagerung des Assad Regimes und nachfolgend der Rebellen zerstört. Die Bewohner verloren über Nacht ihre Häuser und mussten aus dem Camp fliehen. Nur etwa ein Zehntel der Bevölkerung blieb zurück. 2015 geriet das Gebiet mit seinen einst 150'000 Einwohnern unter die Kontrolle des IS. Abgeriegelt von jeglicher Zufuhr wurde es  zum "Todeslager"1, in dem Menschen verhungerten.
1 UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am 10. April 2015



Amer und sein Cousin Mohammad "Hamdschi" (KUNSTASYL©caveng)
Amer und sein Cousin Mohammad "Hamdschi"
Amer  (KUNSTASYL©caveng)
Amer
Mohammad "Hamdschi"(KUNSTASYL ©caveng)
Mohammad "Hamdschi" - Er lebt in Brandenburg
"Hamdschi" (KUNSTASYL ©caveng)



 

 

 

Mawlud & Serdar (bis 5.5.2015)

 

UNINTENIONAL SCULPTURE - Serdars drei Paar Hosen an der Wand

Detail Raum 102 - foto TR
Detail Raum 102 - foto TR
Unintentional sculpture (KUNSTASYL ©caveng)